Stadtspaziergang auf Fehmarn
Spaziergang durch Burg auf Fehmarn
Eine Runde durch die Altstadt, mit Geschichte, Kunst und besonderen Orten
Mitten in Burg siehst du kein Meer. Trotzdem beginnt dieser Spaziergang mit einem Hafen: Unterhalb der St.-Nikolai-Kirche lag früher der Stadthafen. Heute führen die Wege zwischen Backstein, alten Häusern und kleinen Geschäften hindurch. Wenn du weißt, wonach du schauen kannst, steckt auf einmal hinter vielen Fassaden eine Geschichte.
Auf dieser Runde gehst du von der Kirche zum Fehmarn-Museum, entdeckst Kunst am Filmtheater und lernst ein Kulturhaus kennen, dessen Geschichte bis nach Amerika führt. Am Rathaus wird aus dem Spaziergang ein Stadtbummel. Später gibt es Kaffee in einer ehemaligen Bäckerei und Kirchner-Bilder über der Stadtbücherei. Durch den Stadtpark und ruhigere Straßen kommst du zurück zum Ausgangspunkt.
Die Kernrunde ist 2,4 Kilometer lang. Nimm dir eineinhalb bis zwei Stunden für den Weg und kurze Stopps. Mit einem ausführlichen Museumsbesuch, der Kirchner-Dokumentation und einer Kaffeepause wird daraus ein entspannter halber Tag. Wer mehr laufen möchte, ergänzt die St.-Jürgen-Kapelle: Dann sind es insgesamt rund 3,7 Kilometer, und unterwegs liegt eine Eisdiele, um die auf Fehmarn ein gewisser Kult gemacht wird.
Die Runde auf einen Blick
- Start und Ziel: St.-Nikolai-Kirche, Breite Straße 47 in Burg
- Länge: 2,4 Kilometer Kernrunde, gemessen an meiner Wegführung. Mit dem Abstecher zur St.-Jürgen-Kapelle rund 3,7 Kilometer.
- Zeit: 90 bis 120 Minuten mit kurzen Stopps. Mit Museum, Kirchner-Dokumentation und Kaffeepause wird ein halber Tag daraus.
- Wege: Stadtstraßen, Gehwege, Passagen und Parkwege, dazwischen Kopfsteinpflaster
- Am Weg: Raddens Eis an der Süderstraße, auf dem Abstecher zur Kapelle
- Am besten: tagsüber starten und vorher nachsehen, ob die Ausstellungen geöffnet haben, die dich interessieren
Der Weg auf der Karte ist meiner. Ich habe ihn aufgezeichnet, statt ihn zu schätzen: 2,4 Kilometer, Start und Ziel an St. Nikolai. Die gestrichelte Linie ist der Abstecher zur Kapelle, einfach 0,7 Kilometer; hin und zurück kommst du damit auf rund 3,7 Kilometer. Wo Bauarbeiten oder Sperrungen dazwischenkommen, gilt die Beschilderung vor Ort und nicht meine Linie.
Vom Südstrand nach Burg
Von Burgtiefe sind es rund vier Kilometer. Mit dem Rad kannst du ungefähr zwanzig Minuten einplanen und die Runde anschließend zu Fuß beginnen. Auch der Linienbus ist eine Möglichkeit: Fahrten zwischen Burgtiefe und Burg liegen in der kostenlosen Freifahrtzone. Die Verbindung für deinen Tag findest du bei NAH.SH, und was sonst ohne Auto geht, steht auf Fehmarn ohne Auto.
Wenn du mit dem Auto kommst, bietet sich der Westparkplatz beim Stadtpark an. Dann steigst du bei Station 8 ein und gehst die Runde von dort. Für die Anreise mit dem Rad oder von Süden ist die Kirche der besser erkennbare Ausgangspunkt.
Die acht Stationen
- 1. St. Nikolai und die Erinnerung an den Stadthafen
- 2. Im Fehmarn-Museum wird aus Inselgeschichte Alltag
- 3. Am Senator-Thomsen-Haus führt eine Spur nach Amerika
- 4. Am Filmtheater hängen Kirchners Erinnerungen ans Meer
- 5. Am Rathaus treffen Stadtgeschichte und Wochenmarkt zusammen
- 6. Kaffee im Café liebevoll und Kultur aus der Backstube
- 7. Über den Büchern öffnet sich Kirchners Fehmarn
- 8. Im Stadtpark endet die Runde noch nicht ganz
1. St. Nikolai und die Erinnerung an den Stadthafen
Stell dich zunächst vor die St.-Nikolai-Kirche und lass den Blick vom Mauerwerk bis zur Turmhaube wandern. Der Bau wirkt geschlossen, ist aber über Jahrhunderte gewachsen. Der Anfang liegt im 13. Jahrhundert, ungefähr um 1230. Der Westturm wurde 1513 vollendet, seine heutige geschweifte Haube stammt von 1763. Du schaust also auf mehrere Zeiten zugleich.
Auch der Kirchenname passt zur Geschichte des Ortes. Nikolaus gilt als Schutzpatron der Seefahrer und Getreidehändler. Burg war ein Handelsort, und der frühere Hafen reichte bis unterhalb des Kirchenhügels. Dass du heute vom Zentrum aus erst ein Stück bis zum Wasser fährst, lässt diese Vergangenheit leicht in den Hintergrund rücken. Mehr zur Kirche beim Tourismus-Service.
Wenn die Kirche geöffnet ist und kein Gottesdienst stattfindet, lohnt ein kurzer Gang hinein. Such nach der Bronzetaufe: Sie steht auf drei liegenden Löwen und trägt die Jahreszahl 1391. Der große geschnitzte Flügelaltar entstand gegen Ende des 14. Jahrhunderts. Nimm dir lieber für ein solches Detail ein paar Minuten, als den ganzen Raum rasch zu durchqueren.
Ein weiteres Stück Inselgeschichte bewahrt das sogenannte Fehmarnsche Memorial. Die steinerne Inschrifttafel erinnert an die Verwüstungen von 1420 und an spätere Bauarbeiten an der Kirche. Zwischen den Kunstwerken liegt damit auch eine Erinnerung an Krieg und Wiederaufbau.
Für Kinder wird der Kirchenbesuch mit einer kleinen Suchaufgabe leichter: Findet ihr die drei Löwen? Draußen sind es dann nur wenige Schritte bis zur nächsten Station.
2. Im Fehmarn-Museum wird aus Inselgeschichte Alltag
Direkt neben der Kirche liegt das Fehmarn-Museum an der Breiten Straße 49. Schon das Haus erzählt etwas: Es ist das ehemalige Pastoren-Witwen-Haus von 1581. Der Name führt in eine Zeit, in der die Versorgung von Angehörigen ganz anders organisiert war. Bevor du die Ausstellung betrittst, schau dir die niedrige Bebauung neben der großen Kirche noch einmal an.
Drinnen geht es um das Leben auf der Insel. Die Sammlung reicht von Geologie und Inselgeschichte über Handwerk und Gilden bis zu Seefahrt und Fischerei. Schiffsmodelle und Mitbringsel von Seeleuten zeigen, dass die Verbindungen der Insel weit über die Ostsee hinausreichten.
Für diesen Spaziergang passt ein Besuch mit einem eigenen Schwerpunkt: Wie arbeiteten die Menschen auf Fehmarn, und was brachten sie von ihren Reisen mit? Plane etwa 45 bis 60 Minuten ein, wenn du mehr als einen flüchtigen Blick werfen möchtest. Wann geöffnet ist, steht beim Fehmarn-Museum.
Weiter geht es auf der Breiten Straße nach Norden zum Senator-Thomsen-Haus. Wenn du den Abstecher zur Kapelle gehen möchtest, schiebst du ihn am besten jetzt ein und kehrst anschließend hierher zurück.
3. Am Senator-Thomsen-Haus führt eine Spur nach Amerika
An der Breiten Straße 28 erreichst du das Senator-Thomsen-Haus. Während draußen der Stadtbummel weitergeht, lohnt hier ein Blick auf die Veranstaltungshinweise. Das Haus wird als Bürger- und Kulturhaus genutzt, mit Konzerten, Lesungen, Theater und Ausstellungen. Auch die Volkshochschule hat hier Räume.
Zur Geschichte gehört eine Verbindung über den Atlantik. Friedrich-Wilhelm Schumacher wanderte 1880 in die USA aus. 1983 gelangte das Haus als Schenkung in städtischen Besitz. Nach Verhandlungen mit der Schumacher Foundation in Ohio wurde die Nutzung als Kultur- und Bürgerhaus vereinbart; ursprünglich war ein Heim für alleinstehende Frauen vorgesehen. Die Geschichte steht ausführlicher bei FehmarnKultur.
Dieser kleine Halt verändert den Blick auf Burg: Auch ein Haus mitten in der Einkaufsstraße kann von Auswanderung und von den Verbindungen einer Familie zu ihrer alten Heimat erzählen. Wenn gerade eine Ausstellung läuft, kannst du hineinschauen. Ohne Veranstaltung bleibt es eine Station von außen.
Vom Haus führt der kurze Weg über die Ostertwiete und die Kino-Passage zum Filmtheater an der Breiten Straße 13a. Achte hier auf den Wechsel zwischen Einkaufsstraße, Durchgang und Hofbereich.
4. Am Filmtheater hängen Kirchners Erinnerungen ans Meer
Am Burg Filmtheater darfst du dir ruhig etwas Zeit lassen, bevor du auf den Spielplan schaust. An der Außenwand sind Rekonstruktionen von Ernst Ludwig Kirchners „Badenden“ angebracht. Die großen Bilder holen die Küste mitten in die Stadt: Körper, Bewegung und Wellen werden zu kräftigen Flächen.
Die ursprünglichen Wandbilder entstanden 1916 in einem Sanatorium in Königstein im Taunus. Kirchner griff darin Erinnerungen an seine Aufenthalte auf Fehmarn auf. Die Originale wurden während der NS-Zeit zerstört; historische Farbfotografien ermöglichten später die Rekonstruktion. Seit 2023 werden die Tafeln am Burger Filmtheater gezeigt. Was du hier siehst, sind also rekonstruierte Bilder eines verlorenen Werks. Der Kirchner-Verein beschreibt den Weg dorthin.
Auch das Kino selbst hat Geschichte. Es eröffnete am 16. März 1939. In den 1970er- und frühen 1980er-Jahren wurde es zum Verzehrkino umgebaut, und diese Verbindung von Film und Gastronomie gehört bis heute zu seinem Profil. Vielleicht merkst du dir gleich eine Vorstellung für den Abend; der Spielplan steht beim Burg Filmtheater.
Für den Spaziergang reicht zunächst die Kunst an der Außenwand. Geh ein paar Schritte zurück, um die Bilder als Ganzes zu sehen, und dann näher heran für die Linien und Farben. Wo Kirchner auf der Insel sonst unterwegs war, zeigt die Kirchner-Tour mit dem Fahrrad.
5. Am Rathaus treffen Stadtgeschichte und Wochenmarkt zusammen
Am Markt öffnet sich der Blick auf das rote Backsteinrathaus. Stell dich mit etwas Abstand davor: Erst dann kommen Giebel, Fenster und der ganze Baukörper zur Geltung. Mit dem Jahr 1901 ist dieses markante Gebäude deutlich jünger als die Kirche, bei der du angefangen hast.
Sein Vorgänger an derselben Stelle war ein Fachwerkrathaus von 1520. 1899 wurde es abgerissen, nach heftigen Auseinandersetzungen in der Bürgerschaft; das neue Rathaus weihte man am 22. November 1901 ein. Auch damals wurde also darüber gestritten, wie sich ein vertrautes Stadtbild verändern darf.
Mittwochs und samstags kommt eine andere Ebene dazu: Dann ist Wochenmarkt, und zwischen den Ständen wird Burg zum Einkaufsort für Einheimische und Gäste. Wenn du den Spaziergang auf einen Markttag legst, nimm dir hier etwas mehr Zeit. An den anderen Tagen kannst du die Fassaden rund um den Platz ungestörter betrachten. Was es in Burg sonst gibt, steht auf der Seite über Burg auf Fehmarn.
Der Markt ist ein guter Punkt für eine kurze Pause. Du musst nicht gleich weiter, nur weil die nächste Station wartet. Schau einen Moment zu, wie die Wege aus den umliegenden Straßen hier zusammenlaufen. Für den nächsten Abschnitt gehst du Richtung Bahnhofstraße.
6. Kaffee im Café liebevoll und Kultur aus der Backstube
Im Café liebevoll und KULTurlabor an der Bahnhofstraße 17 verbindet sich eine Kaffeepause mit einer weiteren Geschichte über veränderte Räume. In dem Haus aus dem 19. Jahrhundert befand sich die Bäckerei Klahn. Die frühere Backstube wurde zum kleinen Theater, und heute gehören Konzerte, Lesungen und Kleinkunst zum Programm.
Das ist der Platz für die lange Pause. Drinnen ist es eingerichtet wie ein kultiges Wohnzimmer, und genau so sitzt man dort auch: nicht auf der Kante, sondern mit der Absicht, eine Weile zu bleiben. Du kannst etwas trinken, die bisherigen Stationen nachlesen und schauen, ob am Abend eine Veranstaltung stattfindet. Die Kultur gehört hier zum laufenden Betrieb, und das macht den Ort auch dann interessant, wenn du Burg schon öfter besucht hast.
Wann geöffnet ist und was läuft, steht beim Café liebevoll und KULTurlabor. Eine Kaffeepause von zwanzig bis dreißig Minuten lässt sich gut einbauen; wenn du in einer Ausstellung hängen geblieben bist, darf die Runde auch länger werden. Danach folgst du der Bahnhofstraße weiter bis zur Stadtbücherei an der Hausnummer 47.
7. Über den Büchern öffnet sich Kirchners Fehmarn
Geh in der Stadtbücherei ins Obergeschoss: Hier befindet sich die Ernst-Ludwig-Kirchner-Dokumentation. Nach den großen Bildern am Kino kannst du nun genauer verfolgen, was den Künstler an Fehmarn beschäftigte. Die Dokumentation besteht seit 1993 und wird vom Kirchner-Verein getragen.
Kirchner verbrachte die Sommer 1908 sowie 1912, 1913 und 1914 auf der Insel. In der Ausstellung siehst du Reproduktionen seiner Fehmarn-Werke, Fotografien und Kopien von Skizzen, zum Teil in Originalgröße. Zusammen geben sie einen Einblick in seine Inselzeit und die Motive, die er hier fand.
Such dir beim Betrachten ein Bild aus und achte darauf, wie die Küste darin erscheint. Welche Farben verwendet Kirchner für Wasser und Land? Wo werden Menschen und Landschaft fast zu einer gemeinsamen Form? Nach einem Tag am Südstrand fällt dir vielleicht auf, welche Beobachtungen dir bekannt vorkommen und wie eigenständig der Maler daraus ein Bild gemacht hat.
Für einen ersten Besuch kannst du zwanzig bis dreißig Minuten einplanen. Die Dokumentation ist an die Öffnung der Stadtbücherei gebunden, dazu kommen zeitweise Führungen. Termine und Hinweise stehen bei der Dauerausstellung des Kirchner-Vereins.
8. Im Stadtpark endet die Runde noch nicht ganz
Direkt bei der Bücherei liegt der Stadtpark. Nach den Straßen und Häusern tut dieser Abschnitt dem Spaziergang gut. Nimm einen der öffentlichen Parkwege, geh ein kleines Stück ins Grün und such dir bei Bedarf einen Platz für eine Pause.
Auch hier gibt es eine Einrichtung, die zum kulturellen Alltag Burgs gehört: das Haus im Stadtpark an der Bahnhofstraße 45. Vereine, Verbände und die Volkshochschule nutzen dort Räume für Vorträge, Ausstellungen und andere Veranstaltungen. Es ist ein Veranstaltungsort, den du nach Programm besuchst.
Für den Rückweg wechselst du auf die westliche Seite der Runde. Über die Wilhelmstraße und Am Mellenthinplatz kommst du wieder Richtung Markt, anschließend führt dich das Umfeld der Ohrtstraße zurück zur Kirche. Auf diesen ruhigeren Abschnitten kannst du die kleineren Häuser und die Übergänge zwischen Straßen und schmalen Wegen beobachten.
An St. Nikolai schließt sich die Runde. Vielleicht schaust du jetzt noch einmal nach oben zur Turmhaube. Zwischen deinem ersten und zweiten Blick liegen ein früherer Hafen, Alltagsgegenstände aus dem Museum, eine Auswanderung, ein Kino und die Kunst eines Malers, den die Insel lange nach seinen Sommeraufenthalten beschäftigt hat.
Zusatzrunde zur St.-Jürgen-Kapelle
Wenn du auch die weniger belebte Seite der Stadtgeschichte kennenlernen möchtest, ergänze die St.-Jürgen-Kapelle am Kapellenweg 13. Am besten gehst du diesen Abstecher nach dem Museumsstopp. Auf der Karte ist er die gestrichelte Linie: 0,7 Kilometer in eine Richtung, hin und zurück also rund anderthalb. Plane dafür zusätzlich dreißig bis fünfundvierzig Minuten mit einem Halt ein.
Vom Kirchenviertel führt der Weg nach Süden über Süderstraße und Erskar zur Strandstraße und weiter über Mathildenstraße und Kapellenweg zur Kapelle. Auf dem Rückweg gehst du dieselbe Verbindung zurück zum Museum und setzt die Kernrunde fort.
Unterwegs: Raddens Eis an der Süderstraße
Gleich am Anfang des Abstechers, an der Süderstraße 40, kommst du an Raddens Eis vorbei. Die Softeisdiele ist auf Fehmarn eine Institution, und in der Saison steht man dafür an. Genau deshalb steht sie hier: Ein Abstecher zu einer Kapelle, die von kranken und ausgegrenzten Menschen erzählt, lässt sich gut mit etwas Unbeschwertem verbinden.
Auf der Karte ist Raddens Eis als leiserer Punkt eingezeichnet; eine Station der Runde ist es nicht. Öffnungszeiten nenne ich nicht, die ändern sich mit der Saison. Wer lieber sitzen als anstehen möchte, nimmt die Pause schon vorher im Café liebevoll.
Der kleine Backsteinbau der Kapelle lag einst außerhalb der Stadt. Die erste sichere Erwähnung stammt von 1439. Er gehörte zu einem Siechenhaus, in dem kranke und ausgegrenzte Menschen untergebracht wurden; solche Einrichtungen lagen außerhalb des Stadtgebiets. Die Lage der Kapelle erklärt damit einen Teil ihrer Geschichte.
Von außen fallen die Findlinge im Fundament und die schmalen Spitzbogenfenster auf. Im Inneren sind Wandmalereien aus dem 15. Jahrhundert erhalten. Später wurde die Kapelle unter anderem als Pferdestall und Waffenlager genutzt. Ob du hineingehen kannst, klärst du vorher beim Tourismus-Service; die Angaben zur St.-Jürgen-Kapelle helfen bei der Planung. Der Abstecher lässt sich auch als Außenbesichtigung planen.
Nimm dir hier einen ruhigen Moment. An der Kapelle richtet sich der Blick auf Menschen, die früher am Rand der Stadt und der Gesellschaft lebten. Gerade deshalb ist sie eine sinnvolle Ergänzung.
So passt der Spaziergang zu deinem Urlaubstag
Wie lang ist die Runde genau?
2,4 Kilometer, gemessen an der Wegführung auf der Karte. Start und Ziel ist St. Nikolai. Der Abstecher zur St.-Jürgen-Kapelle kommt mit 0,7 Kilometern in eine Richtung dazu; wer ihn mitgeht, kommt insgesamt auf rund 3,7 Kilometer.
Welche Besuche solltest du vorher planen?
Das Fehmarn-Museum und die Kirchner-Dokumentation haben unterschiedliche Öffnungszeiten. Prüf beide vor dem Start, wenn du hineingehen möchtest. Das Senator-Thomsen-Haus und das Haus im Stadtpark besuchst du passend zu Ausstellungen oder Veranstaltungen. Die Runde selbst funktioniert tagsüber auch mit Stopps von außen.
Ist die Tour für Kinder geeignet?
Ja, mit überschaubaren Aufgaben: drei Löwen in der Kirche suchen, ein interessantes Schiffsmodell im Museum finden und an den Kinobildern die Farben des Meeres vergleichen. Dazu kommen die Pause im Café und die Wege im Stadtpark. Wenn der Abstecher zur Kapelle mitgeht, liegt Raddens Eis am Weg, und das überzeugt erfahrungsgemäß auch müde Beine.
Was bietet sich bei Regen an?
Bei leichtem Regen lassen sich Museum und Kirchner-Dokumentation als längere Aufenthalte einbauen, und das Kino eignet sich als eigener Programmpunkt für den Abend. Plane mit den tatsächlichen Öffnungen und Beginnzeiten, dann musst du den Spaziergang nicht an einen festen Zeitplan binden. Was sonst bei Regen geht, steht auf Fehmarn bei Regen.
Wo kannst du unterwegs eine Pause machen?
Zwei gute Plätze. Das Café liebevoll liegt ungefähr in der Mitte der Runde und ist drinnen wie ein kultiges Wohnzimmer eingerichtet; dort sitzt man länger, als man vorhatte. Und auf dem Abstecher zur Kapelle kommst du an Raddens Eis vorbei, der Softeisdiele an der Süderstraße. Für zwischendurch passen der Markt und der Stadtpark.
Was kostet der Spaziergang?
Die Wege durch die Stadt, die Runde durch den Park und die Kunst an der Außenwand des Filmtheaters kosten nichts. Für Museen, Vorstellungen und einzelne Veranstaltungen fällt Eintritt an. Die aktuellen Konditionen stehen bei den Einrichtungen selbst; im Fehmarn-Museum gibt es Vergünstigungen mit der Ostseecard.
Muss man besonders gut zu Fuß sein?
Die Strecke ist kurz und weitgehend eben. Kopfsteinpflaster, Straßenquerungen und einzelne Zugänge können trotzdem mehr Aufmerksamkeit verlangen, und die Kirchner-Dokumentation liegt im Obergeschoss. Wenn du auf einen stufenlosen Zugang angewiesen bist, klär die Besuche vorab direkt bei den Einrichtungen.
Worin unterscheidet sich die Runde vom Spaziergang durch Burgtiefe?
Im Ort und im Thema. Der Geschichtsspaziergang durch Burgtiefe bleibt auf der Halbinsel und erzählt von Burg Glambek, Sturmflut und Badebetrieb. Diese Runde führt in die Stadt, zu Kirche, Museum, Kunst und Kulturorten. Beide zusammen füllen zwei Urlaubstage.
Die Adressen auf einen Blick
Zum Mitnehmen aufs Handy, falls du die Runde an einer anderen Stelle beginnst oder eine Station noch einmal suchst.
- 1 St. Nikolai: Breite Straße 47
- 2 Fehmarn-Museum: Breite Straße 49
- 3 Senator-Thomsen-Haus: Breite Straße 28
- 4 Burg Filmtheater: Breite Straße 13a
- 5 Rathaus und Markt: Am Markt 1
- 6 Café liebevoll und KULTurlabor: Bahnhofstraße 17
- 7 Kirchner-Dokumentation: Stadtbücherei, Bahnhofstraße 47, Obergeschoss
- 8 Haus im Stadtpark: Bahnhofstraße 45
- A St.-Jürgen-Kapelle: Kapellenweg 13
- 🍦 Raddens Eis, am Weg zur Kapelle: Süderstraße 40
Wenn du lieber jemandem zuhörst: Der Tourismus-Service bietet einen Spaziergang durch Burg mit Audioguide an. Er nimmt teils andere Wege als diese Runde und lässt sich gut damit verbinden.
Nach dem Stadtbummel wieder ans Meer
Mit den Geschichten aus Burg im Kopf ist der Rückweg nach Burgtiefe ein schöner Wechsel zurück zum Wasser. Auf der Seite über Burg auf Fehmarn stehen weitere Hinweise zum Ort, und wenn du die Geschichte des Südstrands weiterverfolgen möchtest, liest du auf Burgtiefe auf Fehmarn weiter.
Unsere Ferienwohnungen Zweite Liebe und Meerzeitliebe liegen am Südstrand in der Arne-Jacobsen-Siedlung. Von dort lässt sich der Spaziergang durch Burg gut mit einem Strandtag verbinden.
Woher die Angaben stammen
Die Angaben auf dieser Seite sind an öffentlichen Darstellungen geprüft, zuletzt am 15. Oktober 2026. Öffnungszeiten und Eintritte stehen bewusst nicht hier, sondern bei den Einrichtungen: Sie ändern sich, und eine veraltete Zahl ist schlimmer als ein Link.
- Stadt Fehmarn, Geschichte und Kurzchronik – früherer Stadthafen, Fachwerkrathaus von 1520 und Einweihung des heutigen Rathauses 1901
- Fehmarn Tourismus, St.-Nikolai-Kirche – Patrozinium, Bauphasen und Ausstattung
- Stadt Fehmarn, Fehmarn-Museum – Pastoren-Witwen-Haus von 1581, Sammlung und Besuchsinformationen
- FehmarnKultur, Senator-Thomsen-Haus – Auswanderung 1880, Schenkung 1983 und die Stiftung in Ohio
- Kirchner-Verein, Die Badenden am Filmtheater – Werk von 1916, Zerstörung in der NS-Zeit und die Rekonstruktion ab 2023
- Burg Filmtheater, Geschichte – Eröffnung 1939 und der Umbau zum Verzehrkino
- Kirchner-Verein, Dauerausstellung in Burg – Dokumentation seit 1993 und die vier Fehmarn-Sommer
- Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein, St.-Jürgen-Kapelle – Ersterwähnung 1439, Siechenhaus und spätere Nutzungen
Die Wegführung auf der Karte habe ich selbst aufgezeichnet. Die Grundkarte ist aus Straßen, Gebäuden und Grünflächen von OpenStreetMap gezeichnet, und die Stationspunkte sitzen auf Koordinaten von dort.