Arne-Jacobsen-Skulpturen am Südstrand auf Fehmarn
Vier Designklassiker im großen Maßstab, zwischen Yachthafen und Strandpromenade in Burgtiefe
Ein Stuhl, der plötzlich riesig ist. Ein Sessel, in den man sich unter freiem Himmel setzen kann. Dazu eine Leuchte und eine Armatur, die am Strand eine neue Aufgabe bekommt: In Burgtiefe stehen seit Herbst 2026 vier überdimensionale Skulpturen nach bekannten Entwürfen Arne Jacobsens.
Vielleicht kennst du das Ei aus einer Hotellobby oder die schlanke AJ-Leuchte von einem Foto. Im großen Maßstab wird aus solchen Alltagsformen etwas, das man genauer anschauen möchte. Warum hat die Ameise eine so schmale Taille? Wie entwirft man einen Sessel wie eine Skulptur? Und was hat ein Wasserhahn mit Architektur zu tun?
Diese Seite führt dich zu den vier Motiven und erzählt die Geschichten ihrer Vorbilder. Du kannst daraus einen kurzen Designspaziergang machen oder einzelne Stationen bei einem Strandtag mitnehmen. Von unseren Ferienwohnungen Meerzeitliebe und Zweite Liebe liegen alle vier auf dem Weg zum Meer.
Offiziell übergeben wurden die vier Skulpturen am 30. Oktober 2026. Was du vor Ort nutzen darfst, steht beim jeweiligen Objekt und auf den Hinweisen an Ort und Stelle.
Die vier Objekte im Überblick
Die Jahreszahlen gehören den Vorbildern, nicht den Skulpturen: Arne Jacobsen hat die Entwürfe zwischen 1952 und 1968 gemacht, die großen Objekte sind von 2026. Höhen und Materialien stehen so auf den Infotafeln vor Ort.
| Name auf der Tafel | Vorbild von | Höhe | Wo es steht |
|---|---|---|---|
| ANT CHAIR 1952 | 1952 | 2,70 Meter | vor dem Haus des Gastes an der Südstrandpromenade |
| WATERTAP HV1 1968 | 1968 | 3,50 Meter | am Strand vor den Fernblickhäusern |
| AJ LAMP 1957 | 1957 | 3,50 Meter | an der Westmole, auf der Wiese beim Chillaz |
| EGG CHAIR 1958 | 1958 | 2,40 Meter | auf der Wiese am Yachthafen, gegenüber den Ladesäulen am Gebäude Am Yachthafen 14 |
Die Angaben zu Edelstahl und Kunststoff beschreiben die neuen Skulpturen. Die historischen Möbel sind anders gebaut, und die Ameise von 1952 ist ein Stuhl aus Formsperrholz.
In jedem der vier Kapitel stehen zwei Bilder untereinander: oben die künstlerische Ideenskizze, mit der Gabriele Staarmann das Objekt entworfen hat, darunter ein Foto vom Eröffnungstag. Die Skizze ist eine Zeichnung aus dem Entwurf und kein Foto des fertigen Objekts; wie die Skulptur wirklich aussieht, zeigt das Bild darunter.
Wo die vier Skulpturen stehen
- 1. Ameisenstuhl (ANT CHAIR 1952) – vor dem Haus des Gastes an der Südstrandpromenade
- 2. Stranddusche nach der Armatur HV1 (WATERTAP HV1 1968) – am Strand vor den Fernblickhäusern
- 3. AJ-Leuchte (AJ LAMP 1957) – an der Westmole, auf der Wiese beim Chillaz
- 4. Ei-Sessel (EGG CHAIR 1958) – auf der Wiese am Yachthafen, gegenüber den Ladesäulen am Gebäude Am Yachthafen 14
Die Nummern folgen dem Architekturspaziergang: Vom Haus des Gastes geht es erst nach Osten zur Stranddusche, dann die Promenade entlang nach Westen zur Leuchte an der Westmole und zuletzt um die Spitze herum zum Ei-Sessel am Hafen. Wer vom Yachthafen kommt, läuft sie einfach andersherum.
Die Wege dazwischen sind die öffentlichen Wege in Burgtiefe. Eine vermessene Rundtour mit Kilometerangabe sagen wir hier bewusst nicht zu; zwei der Objekte stehen auf Sand und Wiese, und daraus lässt sich keine durchgehend barrierefreie Verbindung ableiten.
Die Eröffnung, und wie sich die vier anfühlen
Am 30. Oktober 2026 um 14 Uhr wurden die vier Skulpturen offiziell übergeben, Fehmarns Bürgermeister Jörg Weber war dabei.

Der Grundgedanke dahinter lässt sich in einem Satz sagen: Die Möbel sollen erlebbar sein. Man soll sich in den Ei-Sessel setzen und auf den Ameisenstuhl klettern, wirklich, nicht nur davorstehen und schauen. Für zwei Personen nebeneinander reicht bei beiden der Platz, und dass die vier Objekte schon in den ersten Tagen als Fotomotiv funktionierten, war erkennbar Absicht.
Der Ameisenstuhl ist dabei eine kleine sportliche Aufgabe. Die Sitzfläche liegt hoch, hinauf geht es über die schlanken Beine, und oben kommen die Füße nicht auf den Boden, sondern auf eines der Beine. Je nach Körpergröße und Beweglichkeit ist das ein beherztes Hochschwingen oder ein kleines Klettermanöver. Kinder brauchen eine helfende Hand. Wer das lieber auslässt, nimmt den Ei-Sessel: Der steht tief, und man setzt sich einfach hinein.
Die Stranddusche läuft bereits und wurde am Eröffnungstag auch schon ausprobiert. Bei grauem Himmel Ende Oktober gehört dazu etwas Entschlossenheit.

Zu den Materialien wurde bei der Eröffnung Genaueres gesagt, als auf den Infotafeln steht: Der Ei-Sessel besteht aus Polyurethanschaum mit einem Speziallack, und beim Ameisenstuhl kommen Sitzfläche und Rückenlehne aus einem großen 3D-Drucker.
Stand 31. Oktober 2026: was noch dazukommt
Drei Dinge waren am Tag nach der Eröffnung noch offen. Sie stehen hier, weil sie beim Besuch auffallen, und sie verschwinden hier wieder, sobald sie erledigt sind.
- Am Ei-Sessel fehlt bisher ein Abfluss für Regenwasser. Bürgermeister Jörg Weber merkte bei der Eröffnung an, der Sessel sei damit vorerst eher eine große Vogeltränke. Nachgerüstet werden soll er.
- Auf der Sitzfläche des Ameisenstuhls sind noch Befestigungsschrauben zu sehen. Die Fläche bekommt dafür noch eine weitere Beschichtung.
- Unter der AJ-Leuchte sollen noch ein Stuhl und ein Tisch dazukommen, damit man dort tatsächlich lesen kann. An Licht fehlt es nicht: Die Leuchte strahlt nachts so kräftig, dass bei der Eröffnung das Wort Lichtdusche fiel.
ANT CHAIR 1952: warum der Ameisenstuhl eine schmale Taille hat


Die Geschichte der Ameise beginnt an einem sehr alltäglichen Ort, nämlich in einer Kantine. Arne Jacobsen entwickelte den Stuhl für das neue Kantinengebäude von Novo Terapeutisk Laboratorium in Frederiksberg, dem heutigen Novo Nordisk. 1952 wurde der Entwurf gemeinsam mit Fritz Hansen vorgestellt.
Für eine Kantine zählte auch der praktische Umgang mit vielen Stühlen: Die Ameise sollte sich stapeln und platzsparend verstauen lassen. Leichtigkeit und Funktion gehörten zum Entwurf, nicht nur die auffällige Kontur.
Das Besondere ist die Verbindung von Sitz und Rücken. Beide bilden eine einzige geformte Sperrholzschale, und ihre schmale Mitte ist kein dekorativer Einfall. An der Stelle der stärksten Biegung musste das Material besonders schmal sein. Aus einer technischen Anforderung wurde eine Form, die man sich sofort merkt.
Beim frühen Modell tragen drei schlanke Beine die Schale. Heute gibt es die Ameise auch mit vieren; die Silhouette bleibt ihr Erkennungszeichen.
Die große Ameise vor dem Haus des Gastes ist laut Infotafel 2,70 Meter hoch und besteht aus Edelstahl und Kunststoff, der Kunststoff aus dem 3D-Drucker. Das gibt dem Vergleich eine zusätzliche Ebene: auf der einen Seite Jacobsens Arbeit mit Formholz, auf der anderen die heutige Fertigung im großen Maßstab.
Schau genau hin beim Übergang zwischen Rücken und Sitz. Stell dich seitlich davor und dann wieder mittig: Wie verändert sich die Kontur, wo wirkt die Form offen und wo geschlossen? Die Vergrößerung macht aus einem Möbel, das man im Alltag übersieht, eine kleine Übung im Hinsehen.
Vom Stuhl aus lässt sich der Blick gut zum Gebäude führen. Vergleich die weiche Silhouette mit den waagerechten Linien des Pavillons. Die ganze Geschichte dieses Hauses steht unter Das Haus des Gastes in Burgtiefe; entworfen wurde der Stuhl natürlich nicht für dieses Haus.
WATERTAP HV1 1968: vom Waschtisch an den Strand


Eine Armatur wirkt unscheinbarer als ein Sessel, und gerade deshalb lohnt das genaue Hinsehen. Die HV1 entwarf Arne Jacobsen 1968. Ihr Aufbau beruht auf Kreisen und Zylindern, auf ausgewogenen Proportionen und einem schlanken Hebel.
Dahinter steht eine Zusammenarbeit: Verner Overgaard von VOLA suchte das Gespräch mit Jacobsen über eine neuartige Armatur. Die Mechanik sollte verschwinden, sichtbar bleiben sollten Auslauf und Bedienung. Die frühen VOLA-Entwürfe hängen mit Jacobsens Arbeit an der Dänischen Nationalbank zusammen.
Eine Unterscheidung gehört dazu. Die HV1 ist ein Waschtischmischer. Die Stranddusche in Burgtiefe ist eine spätere künstlerische Übertragung dieses Motivs, kein historischer Entwurf für diesen Ort.
Die Skulptur am Strand ist 3,50 Meter hoch und aus Edelstahl. Im vergrößerten Maßstab fällt auf, wie wenige Grundformen für eine erkennbare Gestalt reichen. Betrachte Auslauf, Körper und Hebel erst einzeln und dann zusammen: Wie viel kann man weglassen, bevor eine Form ihre Aufgabe oder ihren Charakter verliert?
In der Badesaison soll das Objekt als Dusche dienen. Damit bekommt die Geschichte der Armatur einen sehr passenden neuen Ort. Ob bei deinem Besuch Wasser kommt, siehst du vor Ort; außerhalb der Saison ist keines zugesagt, und Trinkwasser ist es ohnehin nicht.
Hinter dir stehen die Fernblickhäuser, und damit steht die Dusche an einer der schönsten Stellen für diesen Vergleich: ein Alltagsgegenstand und eine Wohnanlage, beide von derselben Haltung aus gedacht.
AJ LAMP 1957: eine Leuchte, die das Licht lenkt


Die AJ-Leuchte führt ebenfalls nach Kopenhagen. Jacobsen entwarf die Leuchtenfamilie 1957 für das SAS Royal Hotel; zur Eröffnung 1960 gehörten Tisch-, Wand- und Stehleuchten dazu. So wurde die Lichtgestaltung ein Teil des ganzen Raums.
Der asymmetrische Schirm ist mehr als eine markante Kontur. Beim historischen Entwurf lenkt er das Licht nach unten, die Ausrichtung lässt sich verstellen, und die helle Innenseite verstärkt die Wirkung. Für deinen Blick vor Ort ist deshalb eine einfache Frage interessant: Wohin zeigt die Leuchte?
Achte auf das Verhältnis von Stab und Schirm, auf den Wechsel von geraden Linien und Rundungen. Geh ein paar Schritte zur Seite und schau, wie sich die Silhouette vor dem Himmel verändert.
Die Skulptur an der Westmole ist 3,50 Meter hoch und aus Edelstahl. Sie soll auch wirklich leuchten, und damit lässt sich hier etwas unmittelbar nachvollziehen: Die Form steht nicht nur für eine Funktion, sie übernimmt im Außenraum wieder eine. Ob und wann das Licht an ist, richtet sich nach dem Betrieb vor Ort.
Nebenan liegt das Chillaz, falls du die Station mit einer Pause verbinden möchtest. Wer fotografieren will, hat hier zwei verschiedene Bilder: die Kontur bei Tageslicht und, wenn die Beleuchtung läuft, die Wirkung am Abend. Ein eigener Termin muss daraus nicht werden, die Station liegt auf einem gewöhnlichen Südstrandspaziergang.
EGG CHAIR 1958: der Ei-Sessel entsteht wie eine Skulptur


Beim Ei-Sessel passt der Schritt zur Skulptur besonders gut. Für seine Form arbeitete Jacobsen mit plastischen Modellen und veränderte die Rundungen wie ein Bildhauer. Die Entwicklung gehörte zur Einrichtung des SAS Royal Hotels in Kopenhagen, das 1960 eröffnete; der Entwurf des Sessels wird auf 1958 datiert.
Das Hotel zeigt Jacobsens Denken im großen Zusammenhang. Zur Architektur gehörten auch die Möbel und die Details der Innenräume, und dem geradlinigen Bau stellte er innen weichere Formen gegenüber. Das Ei war ein wichtiger Teil davon.
Hinter der fließenden Form stand eine damals neue Möglichkeit: Eine geformte Schale aus hartem Schaumstoff wurde gepolstert und bezogen. So ließen sich die Rundungen umsetzen, ohne den Sessel über ein herkömmliches Holzgestell aufzubauen.
Die Burgtiefer Skulptur ist 2,40 Meter hoch und steht auf der Wiese am Yachthafen, gegenüber den Ladesäulen am Gebäude Am Yachthafen 14. Anders als ein bezogener Hotelsessel ist sie ein Objekt für draußen, aus Edelstahl und Kunststoff.
Schau dir besonders die seitlichen Flügel und den hohen Rücken an. Sie lassen den Sitz wie einen eigenen kleinen Bereich erscheinen, und auf der offenen Wiese ist das ein schöner Gegensatz: ein umschließendes Möbel in einer weiten Umgebung. Das ist eine gestalterische Lesart und keine Zusage von Windschutz.
Hier darfst du dich hineinsetzen. Dann erlebst du die Größenverhältnisse aus der Sitzperspektive. Für ein Foto lohnt zusätzlich der Blick von der Seite: Erst dann sieht man, wie weit die Schale den Sitz umschließt. Beachte vor Ort die Hinweise zur Nutzung.
Drei dieser Entwürfe findest du in der Zweiten Liebe wieder
Das ist der Grund, warum diese Seite nicht nur eine Sehenswürdigkeit beschreibt. In unserer Ferienwohnung Zweite Liebe stehen drei der vier Entwürfe in Originalgröße, und nach einem Spaziergang zu den Skulpturen sieht man sie mit anderen Augen.
- Der Ei-Sessel steht im Wohnraum am Fenster, als Nachbau. Draußen ist er 2,40 Meter hoch, drinnen passt ein Kind hinein und ein Erwachsener auch.
- Die AJ-Leuchten gibt es gleich vierfach: eine Stehleuchte als Leselicht hinter dem Sessel, eine Tischleuchte am Schreibtisch und zwei weiße neben den Betten. Alle vier sind Nachbauten.
- Die Ameise hat einen nahen Verwandten am Esstisch, und zwar fünf Stühle der Serie 7, Esche schwarz lasiert. Die sind keine Nachbauten.
Nur die HV1 fehlt. Ein Waschtischmischer von VOLA ist in einer Ferienwohnung dann doch eine Nummer zu groß.
Ameisenstuhl oder Serie 7: der direkte Vergleich
Ameisenstuhl und Serie 7 gehören zusammen: Beide sind Formsperrholzstühle von Arne Jacobsen, beide baut Fritz Hansen, und die Serie 7 ist die direkte Weiterentwicklung der Ameise. Derselbe Stuhl sind sie deshalb nicht.
| Merkmal | Ameisenstuhl („Ant") | Serie 7 |
|---|---|---|
| Entwurfsjahr | 1952, für die Kantine von Novo Terapeutisk Laboratorium, dem heutigen Novo Nordisk | 1955, als Weiterentwicklung für den breiten Markt |
| Modell | 3100 mit drei Beinen, 3101 mit vieren | 3107 |
| Silhouette | sehr stark tailliert, wie eine Ameise mit erhobenem Kopf | sanfter geschwungen, breitere und kantigere Schulter |
| Sitzgefühl | grazil, die schmale Taille macht die Lehne federnd | mehr Halt durch die breitere Schale |
| Varianten | puristisch, meist ohne Polster, in Farben und Hölzern | mit Armlehnen, Rollen, Front- oder Vollpolster |
Wenn du also vor der großen Ameise stehst und denkst, den Stuhl kenne ich aus der Wohnung: fast. Es ist ihr drei Jahre jüngerer Nachfolger, der danach die größere Karriere gemacht hat.
Was in der Wohnung sonst noch steht und was davon Original ist, steht vollständig unter Wohnen mit Arne Jacobsen.
Ein Designspaziergang zwischen Yachthafen und Südstrand
Alle vier Skulpturen liegen am Architekturspaziergang durch Burgtiefe, und zwar wörtlich: An keiner der vier führt er weiter als fünfzehn Meter vorbei, an dreien sogar unmittelbar. Wer die Gebäude des Ensembles ansehen möchte, nimmt die Objekte also unterwegs mit, ohne einen Umweg zu gehen.
Umgekehrt geht es auch. Die vier Stationen allein sind ein kurzer Weg und passen in einen Strandnachmittag. Plan dabei Zeit zum Schauen ein: Ein Blick auf das ganze Objekt und ein zweiter auf ein Detail erzählen mehr als ein schnelles Foto.
Warum die Skulpturen ausgerechnet nach Burgtiefe passen
Am Südstrand begegnest du Jacobsen nicht erst seit 2026. Das Seebad ist mit der Architektur von Arne Jacobsen und Otto Weitling verbunden, und die Siedlung steht seit den Sechzigerjahren hier. Die neuen Objekte geben einen weiteren Zugang: Man nähert sich über ein vertrautes Möbel und sieht die Gebäude danach mit anderen Fragen an.
Die Idee knüpft an die Ausstellung „Gesamtkunstwerke“ von 2022 an. Aus der Beschäftigung mit Architektur und Design entstand der Wunsch nach etwas Dauerhaftem im Außenraum, und die vier Skulpturen führen diesen Gedanken in den Alltag am Strand weiter.
Dass alle vier Vorbilder für Fehmarn entworfen worden wären, behauptet dabei niemand. Gerade ihre verschiedenen Herkunftsgeschichten machen die Auswahl interessant: eine Werkskantine, ein Hotel und eine Armaturengestaltung zeigen drei sehr unterschiedliche Aufgaben, mit denen sich Jacobsen beschäftigt hat.
Die Infotafeln gehören zum Entdecken dazu
Neben jedem Objekt steht eine Tafel unter dem Leitgedanken „Design als Gesamtkunstwerk“. Sie zeigt eine Zeichnung des Vorbilds, nennt Entwurfsjahr, Maße und Material der Skulptur und erklärt die Gestaltung.
Ein Vorschlag: Schau erst auf das Objekt und dann auf die Zeichnung. Welche Linien erkennst du wieder, welches Detail fällt dir erst beim zweiten Blick auf? So werden aus vier Fotostopps vier kleine Beobachtungen.
Wer dahintersteckt
Arne Jacobsen hat die Vorbilder entworfen, nicht diese Skulpturen. Sie sind eine spätere künstlerische Übertragung, und das steht hier, weil es sonst leicht durcheinandergerät.
- Konzept und künstlerische Idee: Atelier Gabriele Staarmann, Hamburg.
- Technische Umsetzung: Prof. Dr. Christian Schäfers und André Siegrist, Hochschule Osnabrück.
- Projekt des Tourismus-Service Fehmarn und der LAG AktivRegion Wagrien-Fehmarn e. V.
- Fotos vom Eröffnungstag: Enno Schwan.
Diese Schreibweise steht so auf den Tafeln vor Ort. Wir sind an dem Projekt nicht beteiligt und beschreiben es als Gäste der Insel.
Die Arbeitsteilung dahinter ist ungewöhnlich und erklärt einiges: Von Gabriele Staarmann stammen Idee und Konzeption, gebaut wurden die vier Objekte von Prof. Dr. Christian Schäfers an der Fakultät Ingenieurwissenschaften und Informatik der Hochschule Osnabrück, gemeinsam mit seinen Studierenden. Dass die Sitzschale der Ameise aus einem 3D-Drucker kommt, ist von dort aus kein Kunstgriff, sondern naheliegend.
Häufige Fragen zu den Skulpturen
Sind das historische Originalmöbel von Arne Jacobsen?
Nein. Es sind neue, vergrößerte Skulpturen nach Motiven seiner Entwürfe. Die Vorbilder stammen aus den Jahren 1952 bis 1968, die Objekte selbst von 2026.
Wo genau stehen die vier Objekte?
Der Ameisenstuhl vor dem Haus des Gastes, der Ei-Sessel auf der Wiese am Yachthafen gegenüber den Ladesäulen, die AJ-Leuchte an der Westmole beim Chillaz und die Stranddusche am Strand vor den Fernblickhäusern. Die Karte auf dieser Seite zeigt alle vier.
Darf man die Objekte benutzen?
Beim Ei-Sessel ist das Hineinsetzen vorgesehen, die Stranddusche soll in der Badesaison Wasser geben. Maßgeblich sind die Hinweise vor Ort. Eine allgemeine Erlaubnis, auf allen vier Objekten herumzuklettern, ist das ausdrücklich nicht.
Wie lange braucht man für alle vier?
Das hängt davon ab, wie oft du stehen bleibst. Die vier Standorte liegen alle in Burgtiefe und sind zu Fuß erreichbar; eine vermessene Route mit Gehzeit geben wir bewusst nicht an.
Stehen diese Entwürfe auch in euren Ferienwohnungen?
Drei von vier. In der Zweiten Liebe findest du eine Replik des Ei-Sessels, vier AJ-Leuchten als Nachbauten und fünf Stühle der Serie 7 als Originale, also den nahen Verwandten der Ameise.
Was haben die Arne-Jacobsen-Skulpturen gekostet?
Die Gesamtkosten beliefen sich auf 182.000 Euro. Rund 60 Prozent davon, nämlich 109.000 Euro, kamen aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER).
Lässt sich der Besuch mit einem Urlaub am Südstrand verbinden?
Ja. Beide Ferienwohnungen liegen in Burgtiefe, und alle vier Skulpturen liegen zwischen Wohnung, Hafen und Strand.
Wohnen im Jacobsen-Ensemble
Unsere beiden Ferienwohnungen liegen in der Siedlung, über die diese Seite erzählt. Die Meerzeitliebe hat einen Balkon mit Meerblick, die Zweite Liebe eine Terrasse mit eigenem Strandkorb und die Möbel, die du draußen in groß wiederfindest.
Die Skulpturen sind der jüngste Teil einer längeren Geschichte. Was sonst noch von ihm auf der Halbinsel steht, sammelt die Übersicht Arne Jacobsen auf Fehmarn.