Arne Jacobsen auf Fehmarn: seine Bauten in Burgtiefe
Ein dänischer Architekt, eine Feriensiedlung in Burgtiefe und zwei Ferienwohnungen mittendrin
Die meisten kennen Arne Jacobsen über einen Stuhl. Auf Fehmarn kann man bei ihm wohnen: Am Südstrand hat er gemeinsam mit Otto Weitling eine ganze Feriensiedlung entworfen, vom Grundriss der Wohnungen bis zur Lage der Wege. Seit 2026 stehen dazu vier überdimensionale Skulpturen nach seinen bekanntesten Entwürfen am Strand.
Diese Rubrik sammelt alles, was auf der Halbinsel mit Jacobsen zu tun hat: die Siedlung und ihre Geschichte, die einzelnen Gebäude, den Spaziergang dazwischen, die neuen Skulpturen und unsere eigene Wohnung, die mit seinen Möbeln eingerichtet ist.
Wer war Arne Jacobsen?

Arne Jacobsen, 1902 in Kopenhagen geboren und 1971 gestorben, war Architekt und Designer in einer Person. Berühmt ist er für beides: für Gebäude wie das SAS Royal Hotel in Kopenhagen und für Möbel wie den Ameisenstuhl, die Serie 7, den Ei-Sessel und den Schwan.
Dahinter steht eine Haltung, die man in Burgtiefe gut sehen kann. Jacobsen entwarf nicht erst ein Haus und stellte dann Möbel hinein. Er dachte das Ganze durch, beim SAS Royal Hotel bis zum Besteck. Genau dieser Anspruch steckt auch in einer Feriensiedlung, bei der Wohnen, Erholung und Wege zusammen geplant wurden.
Die Anlage am Südstrand entstand ab 1966 und wurde erst nach seinem Tod fertig. Sein Partner Otto Weitling führte die Arbeit zu Ende; deshalb steht sein Name hier gleichberechtigt daneben.
Die Jacobsen-Rubrik im Überblick
Die Anlage und ihre Geschichte
- Die Arne-Jacobsen-Siedlung – warum hier überhaupt gebaut wurde, warum das Ensemble unter Denkmalschutz steht und warum die erste Reaktion vieler Gäste Skepsis ist.
- Der Architekturspaziergang – sechs Stationen auf 5,6 Kilometern, mit Karte und Blicktipps. Die kürzeste Art, das Ensemble zu Fuß zu verstehen.
Die einzelnen Gebäude
- Das Haus des Gastes – 1968 fertig, das erste Gebäude der Anlage und bis heute ihr Mittelpunkt.
- Das Meerwasserwellenbad im FehMare – das markante Hängedach von 1971 und 1972, im heutigen Bad noch zu finden.
- Die Fernblickhäuser – die drei Hochhäuser im Osten, ursprünglich viel niedriger geplant.
- Das Vitamar – der andere Maßstab, fertig 1972 und ein Jahr nach Jacobsens Tod.
Seine Entwürfe zum Anfassen
- Die vier Skulpturen am Südstrand – Ameisenstuhl, Ei-Sessel, AJ-Leuchte und die Armatur HV1, im großen Maßstab und seit 2026 im Freien.
- Wohnen mit Arne Jacobsen – wie unsere Zweite Liebe eingerichtet ist und was davon Original ist und was Nachbau.
Wie das alles zusammenhängt
Am Anfang steht eine Brücke. Die 1963 eröffnete Fehmarnsundbrücke machte die Insel mit dem Auto erreichbar, und drei Jahre später begann der Bau in Burgtiefe. Zuerst das Haus des Gastes, dann das Wellenbad, die Wohnzeilen und zuletzt die hohen Häuser.
Was dabei entstand, war als Ganzes gedacht und wird seit 2015 auch als Ganzes geschützt. Einzelne Gebäude standen schon vorher unter Denkmalschutz.
Die vier Skulpturen sind der jüngste Teil der Geschichte und stammen nicht von Jacobsen selbst. Sie sind eine künstlerische Übertragung seiner Entwürfe und machen die Verbindung sichtbar, die diesen Ort ausmacht: Hier steht die Architektur, und hier stehen jetzt auch die Möbel, für die ihr Architekt bekannt ist.
Noch älter als die Siedlung ist die Halbinsel selbst. Der Geschichtsspaziergang durch Burgtiefe führt von der Burgruine Glambek über die Sturmflut von 1872 bis zum Yachthafen.
Neu am Strand: vier Designklassiker in Übergröße
Ein Ameisenstuhl von 2,70 Meter vor dem Haus des Gastes, eine Stranddusche in Form einer Armatur von 1968, eine 3,50 Meter hohe AJ-Leuchte an der Westmole, die wirklich leuchtet, und ein Ei-Sessel am Yachthafen, in den man sich hineinsetzen kann.
Alle vier liegen unmittelbar am Architekturspaziergang. Auf der Skulpturenseite stehen die Geschichten der Vorbilder, eine Karte mit den vier Standorten und der direkte Vergleich zwischen Ameisenstuhl und Serie 7.
Jacobsen nicht besichtigen, sondern bewohnen
Unsere beiden Ferienwohnungen liegen in der Siedlung. In der Zweiten Liebe stehen fünf originale Stühle der Serie 7 am Ess- und am Schreibtisch, dazu ein Ei-Sessel und vier AJ-Leuchten als Nachbauten. Drei der vier Entwürfe, die draußen als Skulptur stehen, findest du drinnen in Originalgröße wieder.
Die Meerzeitliebe ist ruhiger eingerichtet und hat dafür den Balkon mit Meerblick. Die Architektur ist in beiden dieselbe: Südausrichtung, getrennte Räume und Fenster dort, wo nachmittags das Licht hereinfällt.
Häufige Fragen zu Arne Jacobsen auf Fehmarn
Kann man die Jacobsen-Siedlung besichtigen?
Von außen jederzeit, die Wege sind öffentlich. Die Wohnungen sind privat und vermietet. Für einen geführten Weg zu den wichtigsten Gebäuden gibt es den Architekturspaziergang auf dieser Website.
Welche Gebäude in Burgtiefe stammen von Arne Jacobsen?
Die Feriensiedlung mit ihren Wohnzeilen, das Haus des Gastes, das Meerwasserwellenbad, die Fernblickhäuser und das Vitamar gehören zum Entwurf von Jacobsen und Otto Weitling. Fertiggestellt wurde vieles davon erst nach Jacobsens Tod 1971.
Was hat es mit den neuen Skulpturen auf sich?
Seit 2026 stehen vier überdimensionale Objekte nach Jacobsens bekanntesten Entwürfen in Burgtiefe. Sie sind nicht von ihm, sondern eine spätere künstlerische Übertragung, und sie liegen alle am Architekturspaziergang.
Kann man in einer Jacobsen-Wohnung übernachten?
Ja. Unsere beiden Ferienwohnungen liegen in der Siedlung, und die Zweite Liebe ist zusätzlich mit seinen Möbeln eingerichtet.
Zwei Wohnungen im Ensemble
Beide liegen in der Siedlung, an unterschiedlichen Straßen und wenige Gehminuten voneinander entfernt. Zum Strand sind es von beiden ein paar Minuten zu Fuß.