Pinselpoeten Fahrradtour auf Fehmarn

Kunst und Literatur mit dem Fahrrad entdecken ab Burgtiefe

An der Steilküste siehst du plötzlich mehr als Meer und Steine: eine geschwungene Linie, ein kräftiges Blau, einen Baum, der sich gegen den Wind stemmt. In Burg begegnen dir zwei Schriftstellerinnen, deren Lebenswege weit über die Insel hinausführten. Und in Landkirchen erfährst du, wie aus einem Erholungsaufenthalt ein wichtiges Kapitel plattdeutscher Literatur wurde.

Die Pinselpoeten-Tour verbindet Landschaft mit den Geschichten von Ernst Ludwig Kirchner, Amalie Schoppe, Charlotte Niese und Klaus Groth. Elf Kurzfilme an QR-Codes unterwegs erzählen sie. Start und Ziel ist Burgtiefe am Südstrand: Die veröffentlichte Strecke läuft keinen Kilometer an den Wohnungen vorbei.

Du kannst sie an einem langen Tag fahren oder, und das würde ich empfehlen, auf zwei halbe Tage verteilen. Die Route zerfällt nämlich von selbst in zwei Schleifen, die beide am Südstrand hängen.

Kirchners Motive im Inselsüden hat die kürzere Kirchner-Tour; die Küste, an der er malte, erklärt die Steilküstentour. Alle Runden stehen auf Fahrradtouren auf Fehmarn.

Karte der Insel Fehmarn mit der Pinselpoeten-Fahrradtour. Start und Ziel liegen am Südstrand in Burgtiefe, von dort hängen eine Ostschleife über Staberhuk und Katharinenhof und eine Westschleife über Lemkenhafen am Mittelstück über Burgstaaken, Burg und Landkirchen.
Zwei Schleifen an einem Mittelstück, und der Südstrand liegt mittendrin. Das Mittelstück zwischen Meeschendorf und Landkirchen fährst du zweimal; auf der Karte liegt es deshalb nur einmal.

Die Tour auf einen Blick

  • Start und Ziel: Burgtiefe am Südstrand
  • Komoot-Vorlage: 36,7 km, 97 Höhenmeter und 2:44 Stunden Fahrzeit. Sie beginnt in Meeschendorf und endet in Landkirchen.
  • Als Runde ab Burgtiefe: 49,1 km auf der Linie, dazu knapp ein Kilometer je Richtung von der Wohnung. Rund 50 Kilometer also.
  • Reine Fahrzeit: etwa 3½ bis 4½ Stunden je nach Tempo, Wind und Untergrund
  • Zeit mit Pausen: etwa 6 bis 8 Stunden; mit ausgiebigen Museumsbesuchen länger
  • Oder zwei halbe Tage: 25,2 km im Osten und 23,9 km im Westen
  • Untergrund: Asphalt, Kies, Kopfsteinpflaster und unbefestigte Abschnitte; an der Küste kann Schieben sinnvoll sein
  • Geeignete Fahrräder: Trekkingrad oder E-Bike mit ausreichend breiten Reifen

Woher die 49 Kilometer kommen. Die Pinselpoeten-Tour bei Komoot ist keine Runde, sondern eine Strecke von Meeschendorf nach Landkirchen. Ihr Anfang liegt aber punktgenau auf einem späteren Stück derselben Linie, ihr Ende ebenso auf einem früheren. Die Tour besteht deshalb in Wahrheit aus zwei Schleifen und einem Mittelstück dazwischen – und wer in Burgtiefe startet, fährt dieses Mittelstück zweimal. Gerechnet sind das 49,1 Kilometer statt der 36,7 des Tracks.

Zur Länge gibt es noch mehr Angaben: Die Tourismusseite nennt 34,8 Kilometer, ihre GPX-Datei einen anderen, rund 39,7 Kilometer langen Verlauf. Diese Seite folgt durchgehend dem verlinkten Komoot-Track, weil das die Strecke ist, die du auf dem Rad dabeihast.

Als zwei halbe Tage

Fünfzig Kilometer, elf Filme, zwei Museen und vier Biografien an einem Tag sind viel. Die gute Nachricht: Du musst nicht wählen, welche Hälfte du auslässt. Die Route hängt mit beiden Schleifen am Südstrand, und beide ergeben für sich einen vollständigen halben Tag mit eigenem Thema.

Der Osttag: Kirchners Landschaft, 25 Kilometer

Vom Südstrand über Meeschendorf nach Staberdorf und zu Gut Staberhof, weiter zum Leuchtturm Staberhuk, an der Steilküste entlang nach Katharinenhof und über Meeschendorf zurück. 25,2 Kilometer, davon rund fünf auf dem Hinweg und noch einmal fünf zurück.

Das ist der Tag draußen, mit Meer, Wind und Steinen. Hier hängen sieben der acht Kirchner-Filme: „Gut Staberhof“, „Leuchtturm Staberhuk“, „Ins Meer Schreitende“, „Erna auf Fehmarn“, „Mexikobucht“ und „Die Frau im weißen Kleid“. Wer gern lange am Wasser sitzt, nimmt sich diesen Tag.

Der Westtag: Literatur und Häfen, 24 Kilometer

Vom Südstrand am Burger Binnensee entlang nach Burgstaaken, weiter nach Burg, über Landkirchen nach Lemkenhafen, über Westerbergen zurück nach Landkirchen und von dort wieder zum Südstrand. 23,9 Kilometer, davon gut sieben auf jedem der beiden Verbindungswege.

Das ist der Tag mit Dächern über dem Kopf: der Hafen von Burgstaaken, die Kirchner-Dokumentation in Burg, Amalie Schoppe und Charlotte Niese, Klaus Groth in Landkirchen und die Mühle in Lemkenhafen. Wer Ausstellungen mag, braucht hier mehr Zeit als Kilometer.

Der geteilte Tag ist nicht länger. Beide Hälften zusammen ergeben dieselben 49 Kilometer wie die durchgehende Runde, weil das Mittelstück ohnehin zweimal gefahren wird. Du verlierst also nichts und gewinnst zwei ruhige Nachmittage.

Vier Kunstschaffende und elf kurze Filme

Elf Kurzfilme begleiten die Tour: acht zu Kirchners Bildern und je einer über Amalie Schoppe, Charlotte Niese und Klaus Groth. QR-Codes an den Stationen öffnen die Beiträge auf dem Smartphone. Die historischen Personen werden darin szenisch dargestellt; was du siehst, ist also eine Inszenierung und keine Aufnahme.

Lade die Filme und deine Route vor dem Losfahren herunter, dann kannst du unterwegs nach Interesse auswählen. Nimm einen geladenen Akku mit und halte zum Anschauen abseits des Fahrwegs an. Elf Filme sind an einem Tag viel; such dir die Geschichten aus, die dich interessieren.

Die Stationen deiner Tour

1. Von Burgtiefe nach Meeschendorf

Dein Tag beginnt am Südstrand. Von Burgtiefe fährst du über die Strandallee und die ausgewiesene Radverbindung in Richtung Meeschendorf; über den Bereich Zum Meeresstrand erreichst du den Ort. Am Dorfteich steigst du in die Komoot-Vorlage ein. Für die Anfahrt sind es gut fünf Kilometer.

Auf den ersten Kilometern lohnt sich ein kleiner Perspektivwechsel: Welche Farben würden in deinem Bild von Fehmarn auftauchen? Nimm ein Motiv bewusst wahr. Später kannst du vergleichen, wie ein Ort auf einer Fotografie, in einer Erinnerung und auf einem Gemälde wirkt.

2. Über Staberdorf zu Gut Staberhof

Die Strecke führt durch Staberdorf weiter in Richtung Staberhuk. Hier bekommst du ein Gefühl dafür, wie eng auf Fehmarn Landwirtschaft und Küste beieinanderliegen. Zwischen den Ortschaften öffnen sich die Felder, während am Horizont immer wieder Bäume und Hofgebäude auftauchen.

Auch Kirchner malte die gebaute Landschaft. Sein Gemälde „Gut Staberhof I“ von 1913 gehört zur Hamburger Kunsthalle. Im Pinselpoeten-Beitrag wird die markante Scheune des Guts dem Bild gegenübergestellt. Kirchner veränderte Perspektiven und steigerte Farben: Das Gebäude wird zu einer kraftvollen Anordnung von Flächen und Linien. Gerade beim Vergleich mit dem heutigen Hof lässt sich das gut entdecken.

Betrachte die Hofanlage vom öffentlichen Weg aus. Für einen Bildvergleich reichen die Dachform, das Verhältnis von Himmel und Gebäude und die Fassadenfarbe.

3. Am Leuchtturm Staberhuk beginnt Kirchners Küstenwelt

Ernst Ludwig Kirchner lebte von 1880 bis 1938 und gehörte 1905 zu den Gründern der Künstlergruppe „Brücke“. Sein Expressionismus lässt sich hier draußen leicht verstehen: Farben dürfen kräftiger sein als in der Wirklichkeit, Körper und Landschaft werden vereinfacht, Linien vermitteln Bewegung. Ein Bild zeigt dadurch auch, wie intensiv der Künstler einen Ort erlebt hat.

Fehmarn besuchte er in den Sommern 1908 sowie 1912, 1913 und 1914. Erst bei den späteren Aufenthalten wohnte er bei der Leuchtturmwärterfamilie Lüthmann in Staberhuk; 1912 kam er mit seiner Lebensgefährtin Erna Schilling. Die Nähe von Unterkunft, Meer und Malmotiven machte die Südostspitze zu einem wichtigen Arbeitsort.

Im Gemälde „Leuchtturm Staberhuk“ von 1912 verbinden sich Turm, Nebengebäude und Küstenbogen zu einer bewegten Landschaft; heute befindet sich das Werk im Carnegie Museum of Art in Pittsburgh. Vor Ort kannst du nach den Formen suchen, die Kirchner aufgegriffen hat. Einen Turmaufstieg solltest du für diese Station nicht einplanen, im Mittelpunkt steht der Blick aus der Landschaft.

4. Menschen und Meer an der Steilküste

Auf dem Küstenabschnitt Richtung Katharinenhof begleiten dich mehrere Bildgeschichten. „Ins Meer Schreitende“ von 1912 verbindet Menschen und Wellen durch ähnliche Bewegungen. Die Figuren stehen nicht einfach vor einem Hintergrund: Ihre Körper gehören zum Rhythmus der gesamten Komposition. Das Original bewahrt die Staatsgalerie Stuttgart.

In „Erna auf Fehmarn“ von 1913 rückt Kirchner seine Lebensgefährtin in den Mittelpunkt. Erna Schilling war über viele Jahre ein wichtiges Modell seiner Kunst. Ihre Kleidung und die Umgebung bilden im Gemälde zusammenhängende Farbflächen. Wer den Film gesehen hat, kann draußen ausprobieren, wie stark schon ein roter Gegenstand den Blick in einer grünen Landschaft lenkt.

Eine weitere Station führt zur „Mexikobucht“. Der Name des Bildes von 1912 gehört zu Kirchners künstlerischer Sicht auf die Fehmarnküste. Felsblöcke, Badende und Wasser werden zu einer Landschaft verdichtet, in der Mensch und Natur zusammengehören. Du brauchst keine genaue Wiederholung des damaligen Bildausschnitts zu finden; spannender ist die Frage, welche Formen der Künstler hervorgehoben oder verändert hat.

Die Küste ist zugleich ein guter Ort für eine stille Pause. Bleib auf den freigegebenen Wegen und halte Abstand zur Abbruchkante. Nach Wetterereignissen können sich Wege und Zugänge verändern; Sperrungen vor Ort gehen jeder gespeicherten Route vor. Warum diese Küste sich überhaupt verändert, steht auf der Steilküstentour.

5. Katharinenhof und ein früher Blick auf Kirchners Malerei

Bei Katharinenhof darf der Kunstspaziergang im Kopf kurz Pause machen. Stell das Rad ab, schau aufs Wasser und iss etwas. Als mögliche Einkehr liegt das Restaurant und Café Waldpavillon an der Steilküste; es arbeitet saisonal, prüfe die Öffnung für deinen Ausflugstag und nimm unabhängig davon Wasser und einen Snack mit.

Zum Vergleich mit den späteren Küstenbildern lohnt sich der Film „Die Frau im weißen Kleid“. Das Gemälde entstand bereits 1908 und zeigt Emy Frisch, eine Fotografin aus Chemnitz. Das helle Kleid und der sommerliche Strand vermitteln eine andere Stimmung als manche kantigere Arbeit der folgenden Jahre; der Projektbeitrag erläutert Einflüsse des späten Impressionismus und Vincent van Goghs. So wird aus mehreren Filmstopps auch eine kleine Reise durch Kirchners künstlerische Entwicklung.

Anschließend führt die Vorlage landeinwärts über die Verbindung Richtung Meeschendorf zurück an die Südseite. Hier schließt sich die Ostschleife: Du bist wieder an dem Punkt, an dem du heute Morgen eingestiegen bist. Wer die Tour auf zwei Tage verteilt, fährt von hier zum Südstrand und macht Feierabend.

6. Burgstaaken und die Linien des Hafens

Über den Bereich Burgtiefe und das Ufer des Burger Binnensees erreichst du Burgstaaken. Im Hafen wechseln die Motive: Masten, Bootsformen und Gebäude bestimmen den Blick. Kirchners „Hafen von Burgstaaken“ von 1913 greift diese Welt auf. Im Pinselpoeten-Film werden unter anderem die Segelboote und die Hafengebäude erläutert; der Maler ordnete das Gesehene so an, dass Flächen und Richtungen zusammenwirken.

Hier passt eine etwas längere Mittagspause. Am Hafen liegt beispielsweise das Restaurant Zum Goldenen Anker. Oder du suchst dir einen öffentlichen Rastplatz am Binnensee und beobachtest das Wasser. Vielleicht findest du beim zweiten Hinsehen schon ein eigenes Motiv: eine Leine vor einer Hauswand, spiegelnde Masten oder ein Boot im Gegenlicht.

7. Burg und die Lebenswege zweier Schriftstellerinnen

Von Burgstaaken geht es nach Burg. Rund um die St.-Nikolai-Kirche, das Fehmarn-Museum und den Markt lässt sich eine Pause mit einem kleinen Stadtbummel verbinden. Für die Pinselpoeten stehen hier zwei Frauen im Mittelpunkt, die in Burg geboren wurden und später in einem weit größeren literarischen Umfeld arbeiteten.

Amalie Schoppe, geboren 1791, schrieb, übersetzte und gab Zeitschriften heraus. Nach der Trennung von ihrem Mann und später als Witwe musste sie für sich und ihre Kinder sorgen. Zu ihrer Arbeit gehörten historische Romane, Kinder- und Jugendbücher sowie praktische Ratgeber; ihre Jugendzeitschrift „Iduna“ erschien von 1831 bis 1839. In „Erinnerungen aus meinem Leben, in kleinen Bildern“ von 1838 blickte sie auf den eigenen Lebensweg zurück.

Besonders lesenswert ist ihre Verbindung zu Friedrich Hebbel: Schoppe erkannte sein Talent, unterstützte ihn in Hamburg und sammelte Geld für sein Studium. Sie war damit auch eine Vermittlerin, die anderen den Weg in die Literatur erleichterte. 1851 zog sie zu ihrem Sohn in die USA und starb 1858 in Schenectady im Bundesstaat New York. Die Geschichte, die in Burg beginnt, führt also über Hamburg bis nach Amerika.

Charlotte Niese wurde 1854 als Pastorentochter in Burg geboren. Sie arbeitete zunächst als Lehrerin und Erzieherin, bevor sie vom Schreiben leben konnte; ihre frühen Prosatexte veröffentlichte sie unter dem männlichen Pseudonym Lucian Bürger. Später wurde sie mit Romanen und Erzählungen bekannt, seit 1884 lebte sie in Altona, wo sie 1935 starb.

An Nieses Biografie lässt sich fragen, welche Bildungs- und Berufsmöglichkeiten Frauen damals hatten. Sie setzte sich für Verbesserungen ein, blieb in ihrer gesellschaftlichen Haltung aber von ihrer Zeit geprägt. Gerade diese Mischung macht die Beschäftigung mit ihr interessant. Wer beim Stadtbummel heutige Kulturangebote sucht: Das Bürger- und Kulturhaus Senator-Thomsen-Haus in der Breiten Straße 28 wird für Lesungen, Konzerte und Ausstellungen genutzt.

8. Die Kirchner-Dokumentation als zusätzlicher Halt

In Burg bietet sich ein Abstecher zur Ernst-Ludwig-Kirchner-Dokumentation im Obergeschoss der Stadtbücherei an, Bahnhofstraße 47. Gezeigt werden Reproduktionen und Rekonstruktionen von Fehmarnbildern, Fotografien sowie Kopien von Postkarten und Skizzenbuchseiten. Die Ausstellung hilft, die unterwegs gesehenen Motive einzuordnen.

Plane dafür etwa 30 bis 60 Minuten zusätzlich ein. Die Besuchszeiten orientieren sich an der Bücherei, Führungen und Sondertermine werden gesondert angekündigt; sieh vorher beim Kirchner-Verein nach. Wenn die Ausstellung an deinem Radeltag geschlossen ist, besuchst du sie gut an einem anderen Urlaubstag. Dieselbe Ausstellung liegt auch auf der Kirchner-Tour.

9. Landkirchen und Klaus Groths langer Erholungsaufenthalt

Von Burg fährst du weiter nach Landkirchen. Im Umfeld der St.-Petri-Kirche und des Pastorats begegnet dir Klaus Groth. Der 1819 in Heide geborene Dichter kam 1847 aus gesundheitlichen Gründen zu seinem Freund Leonhard Selle auf die Insel; erst 1853 zog er nach Kiel weiter.

Der Pinselpoeten-Beitrag erzählt die passende Anekdote dazu: Aus geplanten sechs Wochen wurden sechs Jahre. Selle, Organist in Landkirchen, vertonte auch Gedichte seines Freundes; die Verbindung von Sprache und Musik gehört deshalb zu diesem Halt. An „Lütt Matten, de Has“ erinnert außerdem eine große Holzfigur des Bildhauers Raik Vincent.

Während Groths Fehmarnzeit entstand der „Quickborn“, der 1852 erschien. Die niederdeutschen Gedichte zeigen, welche literarische Ausdruckskraft im Plattdeutschen steckt. Groth brachte Erinnerungen und Sprache aus seiner dithmarscher Heimat mit auf die Insel, und Fehmarn wurde der Ort, an dem daraus ein bedeutendes Werk reifte. Nimm dir beim Film Zeit für den Klang der Wörter, auch wenn du nicht jeden Ausdruck sofort verstehst.

10. Lemkenhafen und die Windmühle als Kunstmotiv

Über den Sartjendorfer Weg führt die Strecke weiter nach Lemkenhafen. Hier verbindet sich die Landschaft der Getreidefelder mit einem eindrucksvollen historischen Gebäude: der Segelwindmühle „Jachen Flünk“. Der Kornhändler und Reeder Joachim Rahlff ließ sie 1787 errichten; bis 1954 wurde hier gearbeitet, seit 1961 ist sie als Museum zugänglich. Zu Graupen verarbeitetes Getreide wurde auch in nordische Länder exportiert.

Der Pinselpoeten-Film „Mühle“ stellt dazu Kirchners Gemälde „Windmühle auf Fehmarn“ von 1913 vor, heute im Von der Heydt-Museum in Wuppertal. Das ist eine schöne Gelegenheit, noch einmal über den Unterschied zwischen einem technischen Bauwerk und seiner künstlerischen Darstellung nachzudenken. Achte auf die Richtung der Flügel und darauf, wie viel Raum die Mühle im Bild einnimmt.

Wenn du das Innere besichtigen möchtest, plane ungefähr 30 bis 45 Minuten ein und prüfe die Saisonzeiten des Mühlenmuseums. Anschließend lohnt sich der Weg zum Hafen; als mögliche Einkehr bietet sich dort die Aalkate mit Fischgerichten und Räucherei an.

11. Über Westerbergen und Landkirchen zurück nach Burgtiefe

Die Vorlage führt von Lemkenhafen über Westerbergen und den Bereich Albertsdorf zurück nach Landkirchen. Dort endet die veröffentlichte Strecke, und dort schließt sich die Westschleife. Für deine Runde radelst du anschließend über Burg und Neue Tiefe weiter nach Burgtiefe; diesen Weg kennst du bereits vom Hinweg, es sind gut sieben Kilometer.

Am Südstrand endet der Tag dort, wo er begonnen hat. Vielleicht erinnerst du dich jetzt stärker an einzelne Farben, an ein Gedicht oder an den Lebensweg einer Autorin. Wenn dich auch Architektur interessiert, findest du direkt in Burgtiefe einen weiteren Anknüpfungspunkt: die Arne-Jacobsen-Siedlung.

So wird daraus ein entspannter Ausflugstag

Wenn du alles an einem Tag fahren willst, starte am Vormittag, etwa gegen 9 Uhr. Dann bleibt Spielraum für einen längeren Halt am Meer und eine Mittagspause. Plane die Besichtigung mit der knappsten Besuchszeit zuerst in deinen Tagesablauf ein. Alle Filme, die Dokumentation und das Mühlenmuseum an einem Tag ausführlich anzusehen, kann trotz der überschaubaren Fahrstrecke recht viel werden.

Wähle unterwegs lieber die Geschichten aus, die dich besonders interessieren. Für die Runde mit einigen Filmstopps und einer Einkehr sind sechs bis acht Stunden ein brauchbarer Rahmen. Wer beide Ausstellungen ausgiebig besuchen möchte, verteilt die Besichtigungen auf weitere Urlaubstage – oder nimmt gleich die geteilte Variante.

An der offenen Küste ist der Wind oft entscheidender als die Steigung. Nimm eine winddichte Schicht, Getränke und etwas Proviant mit. Ein Trekkingrad oder E-Bike mit breiteren Reifen passt zu den wechselnden Untergründen. Die vollständige Runde setzt Ausdauer voraus; mit Kindern hängt die Eignung von ihrer Erfahrung und ihrer Lust auf einen langen Radeltag ab – und genau dafür ist die Zweiteilung da.

Häufige Fragen zur Pinselpoeten-Tour

Beginnt und endet diese Tour in Burgtiefe?

Ja. Die veröffentlichte Strecke beginnt zwar in Meeschendorf und endet in Landkirchen, läuft aber keinen Kilometer an den Wohnungen vorbei. Du steigst am Südstrand ein, fährst alles und kommst dort wieder an.

Wie lang ist die Pinselpoeten-Tour ab Burgtiefe?

49,1 Kilometer auf der Linie, dazu knapp ein Kilometer je Richtung von der Wohnung bis zur Route. Rund 50 Kilometer also. Der Komoot-Track selbst misst 36,7 Kilometer; die Differenz ist das Mittelstück zwischen Meeschendorf und Landkirchen, das du zweimal fährst.

Warum fährt man ein Stück zweimal?

Weil die Tour aus zwei Schleifen besteht, die beide am selben Mittelstück hängen: eine im Osten um Staberhuk und Katharinenhof, eine im Westen um Lemkenhafen. Wer mittendrin startet, muss zu jeder Schleife hin und wieder zurück. Genau deshalb lässt sie sich so gut auf zwei halbe Tage aufteilen.

Kann ich die Tour auf zwei Tage verteilen?

Ja, und ich würde es empfehlen. Der Osttag misst 25,2 Kilometer und bringt Kirchners Landschaft, der Westtag 23,9 Kilometer mit den Museen und den drei Literaturstationen. Zusammen sind das dieselben 49 Kilometer wie an einem Stück – geteilt wird also nichts länger.

Welche Künstler und Schriftsteller lernst du kennen?

Ernst Ludwig Kirchner, Amalie Schoppe, Charlotte Niese und Klaus Groth. Die elf Kurzfilme verbinden ihre Kunst und Literatur mit Orten auf Fehmarn; die historischen Personen werden darin szenisch dargestellt.

Brauchst du Vorkenntnisse über Kunst und Literatur?

Nein. Die Filme bieten einen verständlichen Einstieg. Du kannst die Runde genauso genießen, wenn du vor allem gern Fahrrad fährst, am Meer pausierst und unterwegs eine neue Geschichte kennenlernst.

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Mit einer Ferienwohnung in Burgtiefe beginnt dieser Ausflug direkt am Südstrand. Meerzeitliebe und Zweite Liebe passen als Ausgangspunkt für Tage zwischen Fahrrad, Strand und Inselkultur – und wenn du die Tour auf zwei Nachmittage verteilst, liegt dazwischen ein Abend am Meer.

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Herzliche Grüße vom Südstrand, Frank